Vom Kinderwunsch in den Burnout - und zurück in ein glückliches Leben

Der Wunsch nach Kindern kann in eine existenzielle Krise führen. Viel leichter als man denkt. 

In diesem Blogpost erzähle ich meine Geschichte.

Claudia Moser blickt nachdenklich

„Ist es dir nicht unangenehm, dass jetzt alle von deinem unerfüllten Kinderwunsch erfahren?“ fragte mich kürzlich eine Freundin.

 

Es ist tatsächlich unangenehm, die Kontrolle über etwas so Privates aufzugeben und auch meinen Mann mit hineinzuziehen, den die Kinderlosigkeit ja ebenso betrifft.

 

Andererseits kann unsere Geschichte andere dazu ermutigen, sich rechtzeitig Unterstützung zu suchen.

 

Das ist es uns wert. Deshalb hier nun die Geschichte.

Arbeit oder / und Familie?

Ich hatte in den 90er Jahren Chemie und internationales Marketing studiert. Arbeitete als Ingenieurin und Produktmanagerin in Chemieunternehmen.

 

Die Frage der Familienplanung war nicht leicht für mich. Nach dem Studium wollte ich arbeiten, die Welt sehen und finanziell unabhängig sein. Andererseits konnte ich mir gut vorstellen, Mutter zu werden. Wie kann ich bloß beides unter einen Hut bringen, trieb es mich um.

 

Mein Mann wünschte sich auch Kinder. Er wollte damals aber beruflich nicht kürzer treten. Als wir heirateten entschied ich mich schließlich für Kinder. Wenn es soweit ist, werde ich einen Weg finden, dachte ich mir.

Nach einem Jahr war ich immer noch nicht schwanger.

Es wurde Endometriose bei mir diagnostiziert. Die Ärzte machten mir wenig Hoffnung, mit dieser Erkrankung auf natürlichem Weg schwanger zu werden.

 

Wir entschlossen uns zu künstlicher Befruchtung. Viele Arzttermine, Hormonbehandlungen, warten, hoffen und enttäuscht werden. Körperlich wie seelisch eine große Anstrengung. All das neben der Arbeit und weitestgehend geheim. Das Thema war uns zu privat, um mit anderen darüber zu sprechen.

 

Bisher hatte ich im Leben die Erfahrung gemacht, dass Leistung belohnt wird. Je mehr ich mich bemühe, umso größer die Chance, ein Ziel zu erreichen. Deshalb grübelte ich jetzt ständig darüber nach, was ich falsch mache, was ich verändern und besser machen könnte. Versuchte, mich zu optimieren und geriet darüber nur noch mehr in Stress.

Dann zogen wir für die Arbeit nach Japan.

In Tokio gingen wir wieder in ein Kinderwunschzentrum. Nur jetzt auch noch in einer ganz fremden Kultur. Ich wurde nicht schwanger. Machte mir Vorwürfe, war frustriert und sah Kindern traurig nach. Den Absprung schaffte ich lange nicht und unterzog mich weiteren Behandlungen. Nach fünf Behandlungszyklen war ich so erschöpft, dass ich aufgab.

Dem Entschluss folgte ein ganz neuer beruflicher Weg.

Wenn schon kein Kind, dann wollte ich zumindest beruflich etwas machen, das mir richtig gut gefällt. Ich verließ die Chemiebranche und gründete eine Handelsfirma, mit der ich japanische Wohnaccessoires in Europa vermarktete. Der Aufbau der Firma war aufregend und lenkte von düsteren Gedanken ab.

 

Eines Tages, zwei Jahre später, war ich plötzlich schwanger. Ich konnte mein Glück kaum fassen.

 

10 Wochen später erlitt ich eine Fehlgeburt.

In diesem Moment begann der Absturz in den Burnout.

Nur bemerkte ich es nicht. Arbeitete, als sei nichts geschehen. Das Leben nahm einfach weiter seinen Lauf. Monate später fühlte sich plötzlich alles wie in Watte an. Die Motivation für meine Firma war wie weggeblasen. So kannte ich mich nicht. Schließlich suchte ich Hilfe.

Während der nächsten beiden Jahre ging es mit der Firma bergab.

Eine Psychotherapie wirkte stabilisierend, doch blieb ich lange mut- und energielos. Wofür soll ich mich noch anstrengen, fragte ich mich. Es schien mir nichts richtig erstrebenswert. Die Verteuerung des japanischen Yen tat ihr Übriges. Mein Handel geriet in eine Schieflage.

Ich lernte die Frau in einem Workshop kennen.

Sie war Coach und sprach das Offensichtliche aus. „Entweder krempelst du deine Firma um, oder du wirst sie verlieren. Was willst du?“ Plötzlich wachte ich auf. Ich stand kurz vor einer Insolvenz. Das wollte ich nicht zulassen.

 

Ich begann ein Coaching. Jetzt erst wurde mir so richtig klar, wie stark mein Selbstvertrauen unter dem unerfüllten Kinderwunsch gelitten hatte.

 

Wir lenkten den Blick auf die Firma. Damit hörte mein ständiges Kreisen um das schmerzhafte Kinderthema auf und das tat richtig gut. Ich fühlte mich freier, beweglicher und begann aufzuräumen. Belastendes, Probleme und Zweifel kamen während der Umstrukturierung immer wieder auf. Gemeinsam entwickelten wir dann Lösungen.

 

In dieser Zeit lernte ich mich besser kennen denn je. Fand heraus, was ich wirklich will und was nicht, wo meine Talente liegen und wie ich diese gut einsetze. Das stärkte mein Selbstvertrauen. Endlich wurde ich zuversichtlicher und empfand wieder Lust am Leben. Zwei Jahre später war auch meine Firma über den Berg.

 

Neue Perspektiven.

Was durch das Coaching möglich wurde, beeindruckte mich so sehr, dass ich einige Jahre später das geworden bin, was ich heute bin. Business Coach und Coach für ungewollt kinderlose Frauen. In beiden Bereichen bin ich zu Hause. Kraftvoll und orientiert aus Krisen herauskommen. Das ist es, was mich in der Arbeit mit anderen motiviert.

Mach es besser als ich!

Ob mir bei rechtzeitiger Unterstützung eine Krise erspart geblieben wäre? Ich weiß es nicht. Sicher bin ich mir hingegen, dass ich nicht so tief gefallen wäre.

 

Deshalb möchte ich alle ermutigen, die sich beim Lesen meiner persönlichen Geschichte angesprochen fühlen. Holt euch frühzeitig Unterstützung. Lasst es nicht so weit kommen wie ich damals. Ich habe erfahren, wie unglaublich mühsam es ist, aus einem tiefen Loch herauszuklettern. Mein Angebot findest du hier.

 

Heute weiß ich, auch kinderlos kann ein Leben glücklich und erfüllt sein!

 

Situationen, die wehmütig machen, gibt es immer wieder einmal. Sie hauen mich aber nicht mehr um und gehen vorbei. Wenn ich gestresste oder besorgte Eltern sehe, bin ich manchmal sogar richtig froh, dass mir deren Kummer erspart bleibt.

 

P.S. Mein Mann war in der schweren Zeit mein Fels in der Brandung. Er blieb positiv und sorgte trotz allem für schöne Erlebnisse.

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Stresst dich dein unerfüllter Kinderwunsch und du sagst, so mag ich nicht weitermachen?  Dann lass uns  darüber sprechen, was dich im Moment belastet und wie ich dich unterstützen kann. Vereinbare hier ein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir.

Die Autorin

Claudia Moser ist zertifizierter systemischer Coach und zeigt Frauen, wie sie sich nach einem unerfüllten Kinderwunsch regenerieren und zu einer neuen, erfüllenden Lebensperspektive finden können. Sie ist selbst ungewollt kinderlos und lebt mit ihrem Mann in Reutlingen, liebt Trekkingtouren im Himalaya und spontane Kochabende mit Freunden.

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